12 XI 1989

Mut und Versöhnung

Mut und Versöhnung

Kreisau

Kreisau

Die Versöhnungsmesse

Die Versöhnungsmesse

2.-10. Oktober

die 9. Gesprächsrunde der Beauftragten der Regierungschefs Polens und Deutschlands, Mieczysław Pszon und Horst Teltschik, über den Besuch des Bundeskanzlers Helmut Kohl in Polen. Die deutsche Seite schlägt, auf Anregung von Bischof Alfons Nossol, die Teilnahme des Bundeskanzlers an einer deutschsprachigen Messe für die deutsche Minderheit auf dem Sankt Annaberg vor.

1. November

Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki befürchtet, dass der Sankt Annaberg, wo Polen und Deutsche nach dem Ende des Ersten Weltkrieges um Schlesien gekämpft hatten, in Polen Konflikte hervorrufen wird. Er schlägt stattdessen Kreisau vor. Mieczysław Pszon bespricht dies mit Bischof Nossol.

3. November

Ministerpräsident Mazowiecki ruft Bundeskanzler Kohl an und schlägt Kreisau für eine deutsch-polnische Versöhnungsmesse vor.

5. November

der Woiwode von Wałbrzych besucht Pfarrer Kałuża und informiert ihn über den Plan der Versöhnungsmesse in Kreisau. Er überträgt ihm und dem Breslauer Klub der katholischen Intelligenz die Organisation der Feierlichkeiten.

6. November

Bundeskanzler Kohl lädt die Familie von Moltke nach Kreisau ein. Freya von Moltke lehnt ab: „Nach Kreisau können uns nur die Polen einladen.“

9. November

Bundeskanzler Helmut Kohl stattet Polen einen offiziellen Besuch ab. Während des Abendempfangs erfährt er vom Fall der Berliner Mauer.

10. November

Bundeskanzler Helmut Kohl unterbricht seinen Besuch in Polen und fährt nach Berlin; am nächsten Tag kommt er zurück.

12. November

wegen schlechten Wetters können in Warschau keine Flugzeuge starten. Helmut Kohl fährt mit seiner Delegation nachts mit dem Bus, Tadeusz Mazowiecki mit dem Zug. Die Versöhnungsmesse wird in polnischer und in deutscher Sprache vom Oppelner Bischof Alfons Nossol, Bischof Tadeusz Rybak, Bischof Heinz-Georg Binder und Pfarrer Bolesław Kałuża konzelebriert. Sie beginnt um 10:00 Uhr. Vor der Messe wenden sich Funktionäre des Geheimdienstes an Bischof Nossol mit der Frage, ob bei der Heiligen Messe der Friedensgruß notwendig sei. Bischof Nossol weigert sich entschieden, auf den Friedensgruß zu verzichten.

14. November

Warschau Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung des Ministerpräsidenten Polens Tadeusz Mazowiecki und des Bundeskanzlers Helmut Kohl.

Nach der Versöhnungsmesse beschließen Ministerpräsident Mazowiecki und Bundeskanzler Kohl, in Kreisau ein deutsch-polnisches Jugendzentrum einzurichten. Am 17. Juli 1990 kann nach intensiver Arbeit des Breslauer Klubs der katholischen Intelligenz die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung offiziell ihre Arbeit beginnen.

14. November

Warschau Unterzeichnung des deutsch-polnischen Grenzvertrages durch die Außenminister Polens und Deutschlands, Krzysztof Skubiszewski und Hans-Dietrich Genscher.

Protagonisten der Versöhnung

Protagonisten der Versöhnung

Kontakt

Kontakt

Information über die Ausstellung: 

Museum der Geschichte Polens
Mokotowskastrasse 33/35
00-560 Warschau 
Tel: 0048 22 211 90 02
E-Mail: info@muzhp.pl


Besichtigung der Ausstellung:
Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Krzyżowa 7
PL-58-112 Grodziszcze
Tel: 00 48 74 85 00 300, 00 48 74 85 00 200
Fax: 00 48 74 85 00 305
E-Mail: sekretariat@krzyzowa.org.pl 

Die Ausstellung wurde durch das Museum der Geschichte Polens in Warschau in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung aus den Mitteln des Ministers für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen realisiert.